Atemtherapie

Verbundener Atem

Atmen geschieht von selbst. Vom ersten bis zum letzten Atemzug begleitet der Atem das Leben und reagiert unmittelbar auf das, was erlebt wird. Bei Anspannung verändert er sich, bei Angst kann er stocken, bei Erleichterung wird aufgeatmet. Körperliches und seelisches Erleben spiegeln sich im Atem.

Beim Verbundenen Atem wird aus diesem meist unbewussten Geschehen eine bewusste meditative Atempraxis.

Ein- und Ausatem fließen ohne Pause ineinander. Der Einatem geschieht bewusst, der Ausatem darf sich lösen und von selbst durch die Nase zurückfließen. So entsteht ein gleichmäßiger Atemkreis – wie ein rundes Rad, das in Bewegung bleibt.

Statt deuten: wahrnehmen

Im Laufe einer Atemsitzung kann sich die Wahrnehmung verändern. Körperempfindungen können deutlicher werden, Gefühle auftauchen, Erinnerungen oder innere Bilder ins Bewusstsein kommen. Manchmal zeigt sich Unruhe oder Widerstand, manchmal Leichtigkeit, Weite und ein intensives Gefühl von Lebendigkeit.

Nicht alles, was auftaucht, muss verstanden, erklärt oder analysiert werden. Ein wesentlicher Gedanke dieser Atemarbeit ist vielmehr, die Erfahrung wahrzunehmen und den Atem weiterfließen zu lassen.

Statt deuten: atmen.

Was auftaucht, darf da sein – ohne daran festhalten zu müssen.

Eine Erfahrung auf mehreren Ebenen

Der Verbundene Atem kann sehr unterschiedlich erlebt werden. Für manche steht zunächst die körperliche Erfahrung im Vordergrund, für andere das emotionale Erleben. Wieder andere berichten von großer innerer Ruhe, überraschenden Einsichten oder einem veränderten Erleben von Zeit, Raum und Verbundenheit.

Damit berührt die Atemarbeit Körper, Seele und Geist, ohne vorzugeben, was geschehen soll.

Gerade darin liegt ihre Besonderheit: Es gibt kein festgelegtes Ziel, das während einer Sitzung erreicht werden muss. Der Atem eröffnet einen Erfahrungsraum, in dem sich zeigen kann, was im jeweiligen Moment zugänglich ist.

Begleitete Atemreise

Eine Atemsitzung dauert etwa zwei Stunden und wird von sorgfältig ausgewählter Musik begleitet. Unterschiedliche musikalische Phasen unterstützen den Verlauf der Atemreise – von ruhigen Passagen über intensivere Abschnitte bis zum allmählichen Ausklang.

Nach der aktiven Atemphase bleibt ausreichend Zeit für Ruhe und Nachspüren.

Der Verbundene Atem ist damit weniger eine Atemübung, die „richtig“ ausgeführt werden muss, als eine mediative Atempraxis und Form intensiver Selbsterfahrung.

Der Atem bleibt dabei das, was er immer schon ist:

eine unmittelbare Verbindung zum eigenen Erleben.

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